Wildpflanzenbericht des Monats

Wildpflanzen im Jahresverlauf.
Wildpflanzentipp im Januar

Willkommen, „Neues Jahr“, willkommen wieder alle guten Vorsätze.
Warum in diesem Jahr nicht einmal die alljährlichen Vorsätze mit neuen Ideen bestücken und wirklich aktiv werden.
Beginnen wir doch einmal damit, einen kleinen Spaziergang durch den Wald zu machen. Warm eingepackt und voller Sauerstoffdurst lassen wir die gemütlichen Festtage hinter uns und gehen los. Wir haben Glück, in unserer Region brauchen wir nicht lange zu suchen und haben schon einen der bekanntesten Bäume, die hier bei uns wachsen gefunden. Die Tanne- oder genauer gesagt die Weißtanne Abies alba, zu den Kieferngewächsen gehörend. Zugegeben, fast von den Fichten verdrängt und dennoch gut zu finden. Gerade noch in fast allen Wohnzimmern als Schmuck gestanden, hat der Duft nach unvergleichlichem, grünwürzigem schon beim Aufstellen den ganzen Raum erfüllt.
Jetzt wo wir im Wald sind, schließen wir zuerst einmal die Augen und riechen bewusst hinein. Bei diesem Duft kommen mir tausend Ideen.
Im Geiste bin ich schon bei der „Arbeit“. Ein paar frische Tannen- oder Fichtennadeln werde ich mir nach meinem Marsch mit nach Hause nehmen. Zuerst schneide ich die Nadeln sehr klein und genieße Sie mit Honig gesüßt als Tee. Vielleicht mit meinem Tannennadelhonig vom Vorjahr. Dann werde ich ein erfrischendes Nadeln- Fußbad machen oder gleich eine ganze Wanne voll laufen lassen. Ich kann fast schon die wohltuende Wirkung der vielen ätherische Öle spüren, die sich im ganzen Zimmer ausbreitet. Das wussten auch unsere Vorfahren schon und machten bei Erkältungen, Grippe oder Rheuma Bäder aus Tannennadeln, -zapfen- und harz. Tannenharz reinigt die Luft mit seinem balsamisch- würzigem Duft und stärkt die Nerven. Jetzt noch ein paar Zapfen gesammelt, diese fallen anders wie bei den Tannen ganz ab. Folglich sammelt man Fichtenzapfen, anstatt Tannenzapfen. Auch nach Weihnachten kann man damit herrliche Zapfenmännlein herstellen und sie auch so gut im Haus dekorieren. Wenn dann bald die frischen Triebe kommen werde ich noch viele andere Leckereien herstellen. Da gibt es Bonbons, Sirup, Gelees ... Aber da habe ich ja noch etwa Zeit. Jetzt aber nach Hause. Gemerkt? So haben Sie mindestens 2 Stunden einmal anders an der frischen Luft verbracht und sind garantiert sehr entspannt. In diesem Sinne, ein gutes, gesundes neues Jahr. Kräuterpädagogin Andrea Schmickler. Bitte keine Nadeln der Weihnachtsbäume zu Hause sammeln, da Sie nicht wissen, ob Düngemittel, Spritzmittel etc. verwendet worden sind. Bei allen Pflanzen gilt, nur sammeln, was man wirklich kennt.

Wildpflanzen im Februar

Eine harte Probe für die Pflanzen, der kalte Winter mit ständig wechselndem Wetter.
Die Grünlinge jedoch, haben schon früh im vergangenen Herbst verschiedene Strategien entwickelt, um winterfest zu werden. Nun, angetrieben von mehr Lichtstunden und höherer Temperatur, stehen die Keimlinge und Knospen in den Startlöchern und warten darauf, ihre jungen Blättchen und Triebe los zu schicken.
Manche, ganz vorwitzigen, haben sich schon aus der Erde getraut, manche Knospen und Blüten sind schon geöffnet. Gänseblümchen, Scharbockskraut und Sauerampfer z.B. haben den Durchbruch schon geschafft. Die Haselnuss steht in voller Blüte und auch die Kornelkirschenblüten lassen nicht mehr lange auf sich warten.
Die jungen Wilden haben ganz besonders viel Kräuterkraft und schmecken frisch und knackig. Diese junge, wilde Kraft hatte für die Menschen früher ganz besonders große Bedeutung, denn Sie mussten, anders wie wir heute auf Vitamine aus dem Supermarkt verzichten. Die Wildkräuter enthalten aber nicht nur Vitamine, sondern auch z.B. viele, für uns wichtige Mineralstoffe, Eiweiße und Spurenelemente.
Ein Grund mehr wieder auf die heimische Flora zu vertrauen und mit dem Frühjahrsputz in unserem Körper zu beginnen, damit Frühjahrsmüdigkeit keine Chance hat und wir gesund mit Leckerem vom Wegesrand starten.
Eine Abwechslung für Ihren Speisezettel wäre hier vielleicht ein Pesto aus Gänseblümchen, ein Salat mit Scharbockskraut, ein grünes Brot mit Vogelmiere...
Gerne zeige ich Ihnen, wo man wilde Kräuter findet, diese sammelt und wie man damit kocht.


Wildpflanzen im März

Der Frühling ist da. Wir werden jeden Tag mit neuem, wilden Grün überrascht, die Wildvögel kehren aus ihren warmen Winterquartieren zurück und manche Wildpflanzen zeigen schon die ersten Blüten. Besonders niedlich anzusehen sind die Märzveilchen. Das wohlriechende Veilchen Viola odorata ist nur eines aus der Gattung der Veilchengewächse, die einen mit leuchtenden, lila Gesichtern anstrahlen Manche stehen zusammen, als ob sie sich etwas ins Ohr flüstern.
Früher galt die kleine Blume als Symbol für Unschuld und Reinheit. Außerdem diente sie dazu böse Geister und Ärger zu vertreiben. Überliefert ist auch, dass man Husten und Atemnot mit dieser feinen Pflanze besänftigt. Die Lieblingsblume von Napoleon war auch in der griechischen Mythologie sehr bekannt. Die Stadt Athen wurde wegen ihrer großen Anzahl von Veilchen, veilchenumkränzte genannt. Veilchen werden für die Parfümindustrie angebaut. Für 3 l Öl benötigt man 100 Kg Blüten und für das Veilchenblätteröl braucht man 1000 Kg Blüten und erhält gerade einmal 20 g Öl.
Da brauch ich für meine Köstlichkeit aus der Küche natürlich viel weniger der feinen Blütchen. Für den Kiwi- Bananen- Smoothie braucht man 2 Kiwis, 1 Banane, 300 ml Orangensaft, 1 Handvoll Veilchenblüten. Zubereitung: Kiwi dünn schälen, Bananen schälen. Beides in Stücke schneiden und pürieren. Mit dem Orangensaft verrühren und zum Schluss Veilchenblüten darüber streuen. Diese Veilchenblüten kann man auch noch fein kandieren. Duftig, lecker und gesund. Außerdem stellt man noch viele andere Leckereien aus der Pflanze her. Benutzen kann man junge Triebe und Blätter für z.B. Salate, Füllungen und Kräutersaucen. Beachten Sie auch hier wieder unbedingt die Nachhaltigkeit für das Sammeln der wilden Pflanzen zum Erhalt der Vielfalt und der Beständigkeit. Gerne zeige ich Ihnen, wo man wilde Kräuter findet, diese sammelt und wie man damit kocht. Näheres über die Wildpflanzen ,z.B. das Erkennen, die Merkmale und mehr Interessantes und Amüsantes erfahren Sie während meinen Kräuterführungen.

Wildpflanzenbericht im April
Reich ist das Angebot an Wildkräutern im Frühling. Nicht zu übersehen, jedoch oft am Wegesrand ignoriert - die Taubnesseln. Kaum ein Kind ist in meiner Kindheit groß geworden, ohne der fröhlich blühenden, weißen oder roten Taubnessel zu begegnen. Wie haben wir es geliebt, die süßen Lippenblüten auszusaugen und wenn da jemand schon vor uns war- nämlich ein Insekt- waren wir ganz enttäuscht, dass wir zu spät waren. Früher dachten wir immer, der Name käme daher, weil das Blütchen nicht mehr süß schmeck, bald war uns aber klar, dass sie deshalb den Namen bekommen hat, weil wir uns daran nicht verbrennen konnten, wie an der Brennnessel, die alles andere als taube Haare besitzt. Die Brennnessel sieht zwar ähnlich aus, gehört aber zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie. Der wahre Namensursprung kommt von kleine Menschenfresser, griechisch lamia, wiederum abgeleitet von laimos, Schlund. Die Blüte erinnert wirklich an eine weit aufgerissenen Mund, als könne sie zuschnappen. Die Taubnessel ist eine Hummelpflanze, sie alleine können mit ihren langen Rüsseln zum zuckerreichen Nektar gelangen. Erdhummeln haben eine andere Methode gefunden, sie beißen den Blütengrund von außen an, so bedienen sich daraus auch andere Insekten, wie z.B. Bienen. Volkskundlich galt die Taubnessel in der Magie einerseits als Schutzpflanze, so hat man sie zu Reiseschutzzaubern verwendet- andererseits schütze sie aber auch vor dem Eindringen fremder Geister. Dazu musste man sie an Vollmond sammeln und z.B. an die Tür hängen. Die Inhaltstoffe des Lippenblütlers sind sehr vielseitig. Honignesseln, wie sie auch genannt werden, enthalten Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, ätherische Öle und Flavonoide, um nur einige zu nennen. Auch für die Küche ist die Taubnessel sehr interessant. Man bereitet Blütenliköre und Bowlen, Kräuterdips, Frühlingssalate, gefüllte Tomaten, Tees, Soufflés, Pfannkuchen etc. daraus zu.

Wildpflanzenbericht im Monat Juni

Reich ist das Angebot an Wildkräutern im Frühling. Ein seit langem vergessenes Wildgemüse, das man außerdem auch noch Bärentatze nennt, steht in diesen Monaten auf unserem natürlichen Speisezettel. Der Wiesenbärenkau- oder Heracleum Sphondyleum . Heracleum bezieht sich auf den Namen Herkules und bedeutet unter anderem große Kraft und Ausdauer. Viele kennen da bestimmt die Herkulesstaude, die so oft in unserer Region steht und ein Neophyt ist. Neophyten sind in historischer Zeit in das Land Mithilfe des Menschen eingewandert und haben somit die natürliche Vegetation beeinflusst.
Der Riesenbärenklau gehört zwar zur selben Familie wie der Wiesenbärenklau, ist aber mit großer Vorsicht zu begegnen. Anders da seinem kleinen Bruder dem Wiesenbärenklau, aus welchem man einen hervorragenden wilden Broccoli zaubern kann. Lecker und ein echtes Geschmackserlebnis. Leicht abgekocht in etwas Salzwasser, da braucht man fast nichts anderes mehr dazu. Klar mit einer tollen Vinaigrette aus Kräuteressig, Senf und Olivenöl...etwas verfeinert mit Zitrone. Ein Traum. Auf nährstoffreichen Wiesen, an Gräben auf Lehm- und Trockenböden, er wächst fast überall, somit kann man getrost von jeder Pflanze zwei Blütenstände sammeln ohne die Pflanze auszurotten. Beim Wiesenbärenklau kann man die ganze Pflanze verwenden. Die jungen Dolden, die frischen Blätter zu Salaten und Frischkäsecremes und für Gemüsesuppen. Die Stängel ergeben einen klasse Wildspargel. In Polen wurden früher die Blätter milchsauer vergoren und als Sauerkraut eingemacht. Ganz ohne ist der Wiesenbärenklau für empfindliche Personen jedoch nicht. Er gehört wie die Schafgabe, die Weinraute, das Johanniskraut zu den Pflanzen, die bei manchen Menschen eine Wiesendermatitis auslösen können, wenn sie in der Sonne gepflückt werden. Wenn man sich die Dolde aber einmal näher betrachten und die filigranen Blüten anschaut, möchte man ihn geradezu als Dekoration für die Vase haben ohne die Pflanze verspeisen zu wollen. Wenn Sie mehr erfahren wollen, besuchen Sie doch einen meine Kurse.