Löwenzahn(Taraxacum officinale)

Löwenzahn
Mit dieser Pflanze hatten wir wahrlich schon viel Freude. Erst einmal beim Sammeln und Verarbeiten zusammen mit den Nachbarskinder und der Kindergartengruppe im Heimersheimer Kindergarten, zum zweiten ist „er“ der Erste, den ich mit griechischem Namen kannte.
Ich habe mir mit meinem Sohn lustige Spielchen ausgedacht. Wir haben uns z. B. vorgestellt t. o. sei ein Zauberspruch und wir haben uns in verschiedenen Pflanzen verwandelt, nachdem der Zauberspruch ausgesprochen war- pantomimisch wohlgemerkt. Es war ein lustiger Regennachmittag und jetzt noch, wenn wir einen Löwenzahn sehen sagt bestimmt einer von uns den „Zauberspruch“ und der Andere muss sich dann verwandeln. Eine schöne Idee, die ich auch gerne bei Kinderwanderungen anbringe und auch die ihren Spaß dabei haben..
Über den Löwenzahn gibt es sehr viel zu berichten. Er gehört zu den Pionierpflanzen unter den Wildkräutern. Er holt mit seinen Pfahlwurzeln, die bis zu 30 cm lang sein können, die Nährstoffe aus den tieferen Schichten, reichert den Boden mit Wurzelsekret an und macht „tote Böden“ wieder urbar ! Als Heilpflanze und Wildgemüse verdient der Löwenzahn hohe Wertschätzung, denn seine Wurzeln, Blätter und Blüten lassen sich für vielerlei verwenden.
Nicht zu vergessen den Blick auf eine große Löwenzahnwiese, die warmen Farben sind ein Genuss für Herz und Sinne. Später erfreuen uns die Schirmchen, die silbrig glänzen und uns alle als Kinder schon mächtig imponierten, wie weit sie doch fliegen können.
Hierzu ein Gedicht von Ringelnatz:
Der ist do leicht wie Luft und sinnreich rund umgeben
von Faserstrahlen, zart wie Spinneweben,
und er entweicht luftglücklich leicht.
Flöge doch unser aller Zukunftsdenken so frei aus und so zart.
Man kann ihn, wie so viele Pflanze als Orakelspiel einsetzen. Nämlich, zähle die Fallschirmchen, so viele Kinder bekommst du, so viele Jahre musst du noch warten, bis du deinen Liebsten triffst...
Oder, wer die Schirmchen alle wegblasen kann, der ist ein Glückskind und erscheint der weiße Fruchtboden, so kommst du in den Himmel.
Im Mittelalter war Blässe sehr gefragt, denn sie galt als Reichtumsbeweis. Dazu nahmen die Frauen oft Löwenzahnsaft um Sommersprossen und Bräune zu verdecken.
Der Saft galt auch als Liebesfördernd- wer hätte heute nicht auch Lust dieses auszuprobieren...
Und da wahre Schönheit bekanntlich von innen kommt: Der Löwenzahn ist ein Meister im Heilen. Der Leber hilft er, den letzten Rausch schneller zu verarbeiten, die Galle lässt er regelmäßig fließen, dass sie nicht stocken oder sogar überfließen muss.
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